Online Marketing

Was ist ein guter ROAS? So berechnest und bewertest du ihn richtig

Dennis Rudolf
July 20, 2026

Ein guter ROAS ist jeder ROAS, der über deinem Break-even-ROAS liegt, und der ergibt sich aus deiner Marge, nicht aus einer festen Zahl. Der Break-even-ROAS ist 1 geteilt durch deine Deckungsmarge: Bei einer im Handel typischen Bruttomarge von rund 33 Prozent liegt er bei etwa 3,0. Ein „guter" ROAS liegt darüber. Die oft zitierte 4:1-Faustregel ist nichts weiter als der Break-even bei 25 Prozent Marge, kein branchenweiter Standard. Entscheidend ist also nicht ein Universalwert, sondern dein eigener Zielwert plus die Frage, ob die Zahl überhaupt auf verlässlichen Daten beruht.

In diesem Artikel erfährst Du, wie Du den ROAS berechnest, wie Du deinen individuellen Zielwert bestimmst, warum die 4:1-Regel ein Mythos ist und weshalb der ROAS, den Dir Meta oder Google anzeigt, mit Vorsicht zu genießen ist.

Key Takeaways

  • ROAS = Umsatz ÷ Werbekosten. Er sagt, wie viel Umsatz je Werbe-Euro zurückkommt, nicht, ob Du Gewinn machst.
  • Einen universell „guten" ROAS gibt es nicht. Der sinnvolle Zielwert ist dein Break-even-ROAS plus Puffer für Fixkosten und Gewinn.
  • Break-even-ROAS = 1 ÷ Deckungsmarge. Bei rund 33 Prozent Marge liegt er bei etwa 3,0.
  • Die 4:1-Regel ist nur der Break-even bei 25 Prozent Marge, kein empirischer Benchmark. Reale Median-ROAS lagen 2025 eher zwischen 2 und 3.
  • Der von Meta und Google gemeldete ROAS ist seit ATT und Consent-Pflicht lückenhaft. Ein guter ROAS auf falschen Daten ist wertlos.

Was ist der ROAS?

ROAS steht für Return on Ad Spend, also den Umsatz, den Du je investiertem Werbe-Euro zurückbekommst. Er ist die Standard-Kennzahl in jedem Ads-Konto und beantwortet eine einzige Frage: Wie viel Umsatz erzeugt mein Werbebudget?

Wichtig ist, was der ROAS nicht beantwortet: ob sich die Werbung lohnt. Denn Umsatz ist nicht Gewinn. Ein ROAS kann glänzend aussehen und die Kampagne trotzdem Verlust machen, sobald Wareneinsatz, Versand, Retouren und Gebühren abgezogen sind. Genau deshalb reicht es nicht, den ROAS nur zu berechnen, Du musst ihn auch im Verhältnis zu deiner Marge bewerten.

ROAS berechnen: Formel und Beispiel

Die Formel ist denkbar einfach:

ROAS = Umsatz aus Werbung ÷ Werbekosten

Ein Rechenbeispiel: Eine Kampagne erzeugt 10.000 € Umsatz und kostet 2.500 € an Media-Budget.

ROAS = 10.000 € ÷ 2.500 € = 4,0 (oder 400 %)

Ein ROAS von 4,0 heißt: Für jeden Euro Werbebudget kommen 4 Euro Umsatz zurück. Ob das gut oder schlecht ist, verrät die Zahl allein aber noch nicht, denn sie kennt deine Kostenstruktur nicht. Zwei Hinweise für eine saubere Berechnung:

  • Netto statt brutto: Rechne mit Nettoumsatz (ohne Umsatzsteuer), sonst überzeichnest Du den ROAS um den Steuersatz.
  • Alle Werbekosten: Zum Media-Budget gehören je nach Betrachtung auch Agentur- und Tool-Kosten. Was Du einbeziehst, muss über alle Kampagnen konsistent sein.

Was ist ein guter ROAS?

Die ehrliche Antwort: Es gibt keinen allgemeingültigen „guten" ROAS. Wer Dir eine feste Zahl nennt, ohne deine Marge zu kennen, rät. Der einzig sinnvolle Maßstab ist dein Break-even-ROAS, also der Punkt, ab dem eine Kampagne aus der Verlustzone kommt. Und der lässt sich exakt berechnen:

Break-even-ROAS = 1 ÷ Deckungsmarge

Beispiel: Bei einer Deckungsmarge von 33 Prozent liegt dein Break-even bei 1 ÷ 0,33 = rund 3,0. Eine Kampagne mit ROAS 3,0 macht bei dieser Marge also weder Plus noch Minus, obwohl ein ROAS von 3 in den meisten Reportings als „gut" durchgeht. Ein wirklich guter ROAS liegt über deinem Break-even, mit genug Puffer für anteilige Fixkosten und den Gewinn, den Du erzielen willst.

Wie stark der Zielwert von der Marge abhängt, zeigt diese Übersicht:

Deckungsmarge Break-even-ROAS Bedeutung
10 % 10,0 dünne Margen brauchen hohen ROAS
20 % 5,0
25 % 4,0 genau hier sitzt die „4:1-Regel"
33 % 3,0 Ø Handelsmarge (Damodaran, 2026)
50 % 2,0
60 % 1,7 hohe Margen kommen mit niedrigem ROAS aus

Zur Einordnung der 33-Prozent-Zeile: Der Datensatz von Aswath Damodaran (NYU Stern, Stand Januar 2026) weist für den Handel eine durchschnittliche Bruttomarge von rund 33 Prozent und eine Nettomarge von nur etwa 5,6 Prozent aus.1 Rechnest Du den Break-even auf die Nettomarge, brauchst Du sogar einen ROAS jenseits von 15. Welche Marge die richtige ist, hängt davon ab, welche Kosten Du steuern willst, klar wird aber: Ohne deine Marge sagt ein ROAS nichts über Profitabilität.

Der Mythos vom „4:1-ROAS"

Kaum eine Kennzahl ist so mit einer Faustregel verwachsen wie der ROAS mit der 4:1-Regel: Ein guter ROAS liege bei 4, also 400 Prozent. Diese Zahl hält sich hartnäckig, hat aber keine belastbare Grundlage.

Häufig wird sie einer Nielsen-Studie zugeschrieben. Die entsprechende Auswertung von 2016 nennt jedoch gar keinen universellen 4:1-Wert, sondern sehr unterschiedliche Renditen je nach Produktkategorie, Medium und Markengröße, und betont ausdrücklich, dass es den einen Benchmark nicht gibt.2 Die „4:1-Regel" ist in Wahrheit nichts anderes als der Break-even-ROAS bei einer Marge von 25 Prozent (1 ÷ 0,25 = 4), nachträglich zum vermeintlichen Ziel erklärt. Für jeden Shop, dessen Marge von 25 Prozent abweicht, ist sie schlicht die falsche Zahl.

Auch empirisch passt sie nicht: Verschiedene Benchmark-Auswertungen für 2025 verorten den Median-ROAS im E-Commerce eher zwischen 2 und 33, also deutlich unter der vielzitierten 4. (Diese Werte stammen aus Anbieter-Panels und sind kein auditierter Standard, taugen aber als Realitätscheck.) Die Lehre daraus ist nicht „Ziel 2,5 statt 4", sondern: Lass die Faustregeln weg und rechne deinen eigenen Break-even aus.

Warum dein gemeldeter ROAS oft falsch ist

Selbst der perfekt berechnete Zielwert nützt nichts, wenn die Umsatzzahl im Zähler nicht stimmt. Und genau das ist seit den Datenschutz-Umbrüchen der Regelfall: Der ROAS, den Meta oder Google Dir anzeigt, basiert auf lückenhaften, teils modellierten Daten.

Seit Apples App-Tracking-Transparency (ATT) und der Consent-Pflicht sehen die Plattformen einen erheblichen Teil der Conversions nicht mehr sauber. In Deutschland lag die ATT-Opt-in-Rate laut AppsFlyer Anfang 2024 bei nur 47 Prozent5, rund die Hälfte der iOS-Nutzer ist also nicht mehr ID-basiert zuzuordnen. Meta bezifferte den Umsatz-Effekt von ATT allein für 2022 auf rund 10 Milliarden US-Dollar6 und nannte als Ursache explizit die schlechtere Messbarkeit.

Dass es dabei nicht nur um Reporting-Kosmetik geht, zeigt eine 2025 im Fachjournal Management Science veröffentlichte Studie: ATT hat die Wirksamkeit und die Messbarkeit von Werbung nachweisbar reduziert. Betroffene E-Commerce-Händler verzeichneten laut der Untersuchung teils zweistellige Umsatzrückgänge gegenüber weniger betroffenen Wettbewerbern, und kleinere Shops traf es am härtesten.4 Wenn ein guter Teil der Conversions fehlt oder nur geschätzt ist, misst Du einen ROAS auf Sand.

Ein verbreiteter Irrtum lautet, das Problem sei das „Cookie-Aus". Tatsächlich hat Google die Abschaffung der Third-Party-Cookies in Chrome gekippt. Das Datenloch reißt nicht ein einzelner Browser, sondern die Kombination aus Einwilligungspflicht, Apples ATT und dem Cookie-Blocking in Safari und Firefox. Die Lücke ist real, und sie sitzt unter jeder ROAS-Zahl, die Du aus dem Ads-Manager ziehst.

So stellst Du deinen ROAS auf verlässliche Daten

Ein guter ROAS-Zielwert ist die eine Hälfte, verlässliche Daten die andere. Genau hier setzt Tracify an: erst die Datenlücke schließen, dann sauber messen und bewerten.

Statt auf einwilligungspflichtige Cookies zu setzen, erfasst Tracify Customer Journeys über ein patentiertes, consent-freies Hybrid-Tracking, das von der BISG als consent-frei zertifiziert ist und ausschließlich auf deutschen Servern verarbeitet wird. Laut Tracify landen so bis zu 40 Prozent mehr relevante Datenpunkte im System, bei einer Tracking-Rate von nahezu 100 Prozent über 30 Tage, während klassische Setups im gleichen Zeitraum Richtung null verlieren.7 Auf dieser vollständigen Basis liefert die KI-Attribution einen ROAS, der nicht auf halben Daten beruht.

Und weil ROAS allein nur den Umsatz zeigt, führt das Profit-&-Loss-Dashboard Umsätze und Kosten zusammen, sodass Du direkt siehst, ob eine Kampagne über deinem Break-even liegt. Was das praktisch bringt, zeigen die Kundenzahlen: Juniqe steigerte laut Tracify die MER um 48 Prozent, Travelcircus halbierte den CPO auf Meta.7 Wer statt eines geschönten ROAS wissen will, welcher Euro wirklich Gewinn bringt, kombiniert die KI-Attribution von Tracify mit dem DSGVO-konformen Hybrid-Tracking, das die Daten überhaupt erst liefert.

Häufige Fragen zum ROAS

Was ist ein guter ROAS?

Ein guter ROAS liegt über deinem Break-even-ROAS. Der Break-even ist 1 geteilt durch deine Deckungsmarge, bei rund 33 Prozent Marge also etwa 3,0. Alles darüber ist profitabel. Einen universell „guten" Wert gibt es nicht, er hängt von deiner Marge und deinem Gewinnziel ab.

Wie berechnet man den ROAS?

ROAS = Umsatz aus Werbung ÷ Werbekosten. 10.000 Euro Umsatz bei 2.500 Euro Media-Budget ergeben einen ROAS von 4,0 beziehungsweise 400 Prozent. Für ein sauberes Ergebnis mit Nettoumsatz rechnen und die einbezogenen Werbekosten konsistent halten.

Was bedeutet ein ROAS von 4?

Je Werbe-Euro kommen 4 Euro Umsatz zurück. Ob das profitabel ist, hängt von der Marge ab: Bei 25 Prozent Marge ist ROAS 4 gerade der Break-even, bei 50 Prozent Marge längst profitabel.

Was ist der Unterschied zwischen ROAS und POAS?

ROAS misst den Umsatz je Werbe-Euro, POAS den Gewinn. Zwei Kampagnen mit identischem ROAS können völlig unterschiedlich profitabel sein, je nach Marge des verkauften Produkts. Für Budgetentscheidungen ist POAS deshalb aussagekräftiger.

Ist ein hoher ROAS immer gut?

Nicht unbedingt. Ein sehr hoher ROAS deutet oft auf ein zu kleines Budget hin, Du lässt dann profitables Wachstum liegen. Und ein hoher ROAS auf lückenhaften Daten ist trügerisch: Er misst nur das, was die Plattform noch sehen kann.

Fazit

Der ROAS ist eine nützliche Effizienzkennzahl, aber kein Urteil über Profitabilität, und schon gar keine feste Zielzahl. Ein guter ROAS ist immer relativ zu deiner Marge: Rechne deinen Break-even-ROAS aus (1 ÷ Deckungsmarge), leg einen Puffer drauf, und ignoriere Faustregeln wie die 4:1-Regel, die für deinen Shop meist einfach falsch ist.

Und bevor Du deinen ROAS bewertest, stell sicher, dass die Zahl überhaupt stimmt. In einem Markt mit lückenhaften Plattformdaten ist verlässliches Tracking die Voraussetzung dafür, dass „ein guter ROAS" mehr ist als eine schöne Zahl im Ads-Manager. Genau hier setzt Tracify an.

Quellen
  1. NYU Stern / Aswath Damodaran – Operating and Net Margins by Industry (Retail General; Stand Januar 2026): pages.stern.nyu.edu/~adamodar/New_Home_Page/datafile/margin.html
  2. Nielsen – Benchmarking Return on Ad Spend: Media Type & Brand Size Matter (2016): nielsen.com/insights/2016/benchmarking-return-on-ad-spend-media-type-brand-size-matter
  3. Upcounting – Average E-Commerce ROAS (2025, Anbieter-Panel, nicht auditiert): upcounting.com/blog/average-ecommerce-roas
  4. Aridor, Che, Hollenbeck, Kaiser, McCarthy – Evaluating the Impact of Privacy Regulation on E-Commerce Firms: Evidence from Apple's App Tracking Transparency, Management Science (2025): pubsonline.informs.org/doi/10.1287/mnsc.2024.06600
  5. AppsFlyer – ATT opt-in rates, three years on (26.04.2024): appsflyer.com/company/newsroom/pr/att-data-findings
  6. CNBC – Facebook says Apple iOS privacy change will cost $10 billion this year (02.02.2022): cnbc.com/2022/02/02/facebook-says-apple-ios-privacy-change-will-cost-10-billion-this-year.html
  7. Tracify – Produktangaben und Kennzahlen (Erstanbieter, Stand 2026): tracify.ai

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